TBW-Geschäftsjahr mit starken Partnern für den Klimaschutz

3. Mai 2022
Der Geschäftsabschluss der TBW zeigt für das Jahr 2021 ein positives Gesamtergebnis. Bei einem Umsatz von rund 76.4 Millionen Franken beträgt der erzielte Unternehmenserfolg nach den ordentlichen Abgaben knapp 2.5 Millionen Franken. Im Geschäftsjahr wurde intensiv an Massnahmen zur Erreichung der Klimaziele gearbeitet und es konnten wichtige Partner für deren Umsetzung gewonnen werden.

Das Jahr 2021 war für das Departement Versorgung und Energie, zu welchem die TBW gehören, in vielerlei Hinsicht bewegend. Auf politischer und operativer Ebene begleitete die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum einen das Thema Klimaschutz mit dem Projektabschlussbericht Kommunaler Klimaschutz Wil. Zum anderen konnte die Stadt Wil erfolgreich mit innovativen und sichtbaren Umsetzungen als nationale Modellstadt für nachhaltige Mobilität (MONAMO) positioniert werden. Neben der Mobilität liegt der grösste Treiber beim CO2-Ausstoss bei der Wärme. Nach der Erarbeitung von Grundlagen werden im Jahr 2022 mehrere Projektkredite beantragt, die von entscheidender Bedeutung sein werden, um die Stadt bei der Umsetzung hin zu erneuerbarer sowie regional produzierter Wärme voranzubringen.
 

Transformation zum agilen Energiedienstleister

Die bevorstehenden Marktliberalisierungsschritte im Strom- und Gasmarkt und ein verändertes Energie­system stellen die TBW in den nächsten Jahren vor einige Herausforderungen. Es sind die dafür notwendigen Kapazitäten bei den Personalressourcen für vermehrt marktgetriebene, technologie- und dienstleistungsbasierte sowie digitale Innovationen zwingend. Im volatilen, schnelllebigen Telekommunikationsmarkt sind zukünftig Skaleneffekterzielung, Ertragsoptimierung, Kostenreduktionen und vermehrte Handlungsoptionen von zentraler Bedeutung. Die TBW haben sich im vergangenen Geschäftsjahr unter anderem mit der Reglementsüberarbeitung, der Analyse zur zukünftigen Kosten- und Ertragsentwicklung, neuen Geschäftsmodellentwicklungen und mit dem Riskmanagement beschäftigt. Ein sehr wichtiger Bestandteil der Tätigkeiten bildete zudem der Abschluss des Masterplans Wärme mit einer mehrdimensionalen Versorgung auf der Basis von leitungsgebundenen, erneuerbaren Energieträgern. Ein Beispiel dafür ist das Projekt Nahwärmeverbund Lenzenbüel mit der S. Müller Holzbau AG. Ebenso zu erwähnen sind die neu entwickelten Geschäftsmodelle in den Bereichen Elektromobilität, Solarenergie und individuelle Wärmelösungen, welche seit April unter deineenergie.ch angeboten werden, sowie die verschiedenen realisierten Solaranlagen. Die Solaroffensive ist auf Kurs: Bereits 6,5 Prozent des in der Stadt Wil abgesetzten Stroms stammt per Ende 2021 aus lokalen Solaranlagen.
 

TBW und SCHMOBI fördern Solaroffensive mit Grossanlage

Ende 2021 erfolgte der Baustart für die Solar-Grossanlage auf dem Dach der SCHMOLZ + BICKENBACH Stahlcenter AG (SCHMOBI). Der Kredit in Höhe von rund einer Million Franken zur Übernahme der Anlage durch die TBW wurde im Herbst 2021 durch das Stadtparlament einstimmig bewilligt. Für das Projekt gelangte das Contracting-Modell aus der Solaroffensive erstmals zur Anwendung: SCHMOBI stellt ihr Dach zur Verfügung und verkauft die Solaranlage nach Fertigstellung den TBW. Nach einer Amortisationszeit von mindestens 15 Jahren geht die Anlage wieder in den Besitz der SCHMOBI über. Ende April konnte die Anlage in Betrieb genommen werden. Sie wurde nun offiziell an die TBW übergeben. Die Anlage mit einer Energieproduktion von rund 850‘000 Kilowattstunden wird den Strombedarf von bis zu 190 Einfamilienhäusern decken. Rund 60 Prozent der produzierten Energie wird SCHMOBI für den Eigenbedarf nutzen. Die Überschussenergie wird in das TBW-Stromnetz eingespiesen. Das Grossprojekt hat Vorbildcharakter: Gewerbe und Industrie verfügen über umfangreiche Dachflächen, die es für die lokale Produktion nachhaltiger Solarenergie zu nutzen gilt. «Eine schöne Bestätigung ist für uns, wenn das Projekt weitere Unternehmen motiviert, diesen innovativen Weg zu gehen», so Peter Breitenmoser, Geschäftsleiter von SCHMOBI.
 

Geschäftsbereiche im Überblick

Trotz starker Konkurrenz und einer volatilen Marktsituation stiegen die Kundenzahlen in den Bereichen Internet, Digital-TV, Telefonie und Mobile um gesamthaft 633 Verträge. Auch im Bereich Digitali­sierung entwickelt sich Thurcom weiter: Zum einen wurde die Netz- und Internetabdeckung auf die ganze Schweiz ausgeweitet und zum andern wurden weitere 667 Liegenschaften, und somit bereits 73 Prozent des gesamten Versorgungsgebietes, mit Glasfasern erschlossen. Bei der Stromversorgung zeigt sich ein leicht steigender Stromabsatz in allen Kundenkategorien um 1.3 Prozent. An den öffentlichen Lade­stationen wurde gar 36 Prozent mehr Strom bezogen. Die TBW konnten temperaturbe­dingt ebenfalls bedeutend mehr Gas verkaufen. Der Biogasanteil hat sich mit dem TBW-Standardmix von 20 Prozent zudem erfreulich entwickelt und beträgt neu 14 Prozent des Gesamtabsatzes. Im Bereich Wasser wurde das Hauptaugenmerk auf die Erhöhung der Versorgungssicherheit gelegt. Dies gelang durch die umfass­ende Sanierung des Reservoirs und Stufenpumpwerks Unterer Hofberg, welche im Juli 2021 erfolgreich ab­g­e­schlossen werden konnte.

Übergabe Solaranlage SCHMOBI
V.l.n.r.; Marco Huwiler (Geschäftsleiter TBW), Peter Breitenmoser (Geschäftsleiter SCHMOBI), Andreas Breitenmoser (Stadtrat), Andreas Koch (Leiter Finanzen SCHMOBI)